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Dreiecksbeziehungen und andere kreative Beziehungskonstellationen

Wenn mehr als zwei zusammen sind

Wie wir Beziehung leben ist sehr individuell, auch wenn sich die Dynamiken ähneln. Heutzutage gibt es aber auch immer mehr Beziehungskonstellationen zu dritt oder gar zu viert. Homosexuelle Partnerschaften sind schon sehr viel länger präsent und auch anerkannt. Die “Ménage à troi” ist zwar nicht ganz neu, aber noch nicht so präsent und politisch diskutiert. Das liegt vielleicht auch daran, dass die Motive und Konstellationen dieser Beziehungsvariante sehr vielfältig und weniger fassbar sind.

Wenn du in einer Dreiecksbeziehung lebst, dich dafür interessierst, dein Partner sich dafür interssiert und ihr darüber im Gespräch seid oder wenn du unfreiwillig Teil einer Dreiecksbeziehung geworden bist, weil deine Partnerin oder dein Partner eine weitere Beziehung pflegt, dann wirst du vermutlich mit dem Thema Eifersucht in Kontakt kommen und viele weitere Gefühle, Höhen und Tiefen zu bewältigen haben.

Wem bin ich treu?

Es gibt etwas, das in jeder Beziehung eine große Bedeutung hat und das ist die Treue; zuallererst die Treue sich selbst gegenüber. Jede Beziehungskonstellation, ob nun mit zwei sich Liebenden oder drei oder vier oder …. fordert von dir ein sich einfühlen oder einschwingen auf den jeweils anderen. Zu einem großen Teil machst du das unbewusst und manchmal auch ganz bewusst. Jede Beziehung ist ein Schauplatz des sich Abgrenzens und sich Einlassens. Du bist eben nicht allein und du bist stets angehalten dich mit deinen Partnerinnen und Partnern abzustimmen. Immer wenn du dich mit jemand anderen abstimmst, beziehst du deine eigenen Bedürfnisse und Wünsche in den Prozess mit ein. Du beschäftigst dich also auch mit dir. Du versuchst dir bei allen Entscheidungen die du triffst, treu zu bleiben. Schwierig wird es dann, wenn du das Gefühl hast Entscheidungen treffen zu müssen, die dich so weit herausfordern, dass du dir selbst untreu wirst. Damit sind Entscheidungen gemeint, die mit deinen Überzeugungen, deinen Bedürfnissen und Wünschen nicht mehr übereinstimmen und die in dir das Gefühl von Ohnmacht auslösen. Das können Entscheidungen sein, die du aus dem Motiv der Hilflosigkeit triffst, z.B. um jemanden oder etwas nicht zu verlieren.

Ich bin der Meinung, dass es in Dreiecksbeziehungen weniger um die Treue zur Partnerin oder zum Partner geht, sondern um die Treue zu sich selbst. Vielleicht ist es sogar so, dass dir ein untreuer Partner deine eigene Untreue spiegelt.
Es gibt viel zu entdecken in komplexen Beziehungskonstellationen und die Suche nach Klarheit und Integrität ist hier eine große Aufgabe. Gute Kommunikation ist unabdingbar für das Gelingen einer solchen Beziehung und wie wir alle wissen eine hohe Kunst, die erlernt sein will.

Wer ist eigentlich alles betroffen, wenn ich Beziehung “anders” lebe?

Wenn es um eine Dreiecksbeziehung geht, die zu einem Lebensentwurf wird, also langfristig gedacht ist, stellt sich natürlich auch die Frage, wie das nach außen kommuniziert wird. Wen möchten wir einweihen in unsere Art zu Leben und wie stellen wir das an? Wie erkläre ich das meinen Eltern, die einer ganz anderen Generation angehören und so weiter?

Es ist natürlich auch gar nicht so selten, dass ein oder mehrere der Beteiligten PartnerInnen Kinder haben oder dass Nachwuch geplant ist. Hier wird die Sache dann wirklich extrem komplex. Kinder sind hochsensible Wesen und bekommen mehr mit als uns manchmal recht ist. Ein sehr wichtiger Punkt dabei ist, dass unsere Kinder von uns abhängig sind, wir aber nicht von ihnen. Kinder sind tatsächlich sehr konservativ und sind in “modernen” Beziehungsformen stark gefordert.

Wie also kann es gelingen, dass ein jeder in einer solchen Konstellation seinen Platz findet und nicht so weit überfordert ist, dass er in ein Ohnmachtsgefühl rutscht? Was sind die “heimlichen” bzw. unbewussten Motive für eine komplexe Beziehungskonstellation?

Wie kann es gehen?

Was ich dir bzw. euch anbieten möchte ist zum einen Orientierung, in eurem ganz individuellen Beziehungsgefüge und zum anderen Raum für tiefe Begegnung mir dir selbst und dem anderen. Meine Prämisse ist, dass ein guter und stabiler Kontakt zu sich selbst unabdingbar ist, um in unkonventionellen Beziehungsgefügen den Mut zu haben aufrichtig für seine verschiedenen und manchmal gegenläufigen Bedürfnissen einzustehen bzw. sie zu kommunizieren und sich selbst und den anderen Partnern dabei wahrhaftig zu begegnen, um Machtspiele lassen zu können.

Wenn dein Partner oder deine Partnerin dein Spiegel ist, dann ist eine Dreiecksbeziehung ein Spiegelkabinett. Um sich darin zurechtzufinden, braucht es einen guten Orientierungssinn. Deinen Körper kannst du dabei als deinen Kompass betrachten. Er kennt den Weg.

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